Was ist dran am Intervallfasten?

Die meisten Menschen möchten bekanntlich alt werden, aber nur die wenigsten alt sein. Ein Weg dort-hin könnte laut einer Reihe von Beobachtungen das intermittierende Fasten, auch Intervallfasten ge-nannt, sein. Bei Tieren können längere Futterpausen jedenfalls altersbedingten Krankheiten vorbeugen und das Leben verlängern.

So haben Forscher der Universität Graz kürzlich untersucht, wie sich eintägige Essenspausen auf das Herzkreislaufsystem und den Stoffwechsel von leicht übergewichtigen, aber gesunden Männern und Frauen auswirken. Während die eine Hälfte der Probanden ihr Ernährungsverhalten beibehalten hatte, verzichtete die andere Hälfte jeden zweiten Tag auf alle Mahlzeiten. Das Ergebnis: Rund 3,5 Kilogramm Gewicht weniger, der Blutdruck sank um rund 5 mmHg und auch der Puls verlangsamte sich innerhalb eines Monats. Allerdings fällt es den meisten Menschen extrem schwer, jeden zweiten Tag ganz oder weitgehend auf Nahrung zu verzichten.

Deutlich besser integrierbar ist das sogenannte „Time-Restricted-Eating“. Bei dieser besonderen Form des Intervallfastens verzehrt man sämtliche Speisen in einem begrenzten Zeitraum von sechs bis zehn Stunden und nimmt in den übrigen 18 bis 14 Stunden nichts Kalorienhaltiges zu sich. Man spricht daher auch vom 6:18-, beziehungsweise vom 8:16- oder 10:14-Intervallfasten. Es gibt Berichte von Hunderten von Patienten, die mit dieser Fastenart sehr gut klarkommen. Die meisten essen am Mittag und am Abend und lassen das Frühstück aus. Mit dieser Form von Intervallfasten, bei der ein erheblicher Anteil der Essenspause quasi verschlafen wird, gelingt es vielen, dauerhaft abzunehmen.

Lange Intervalle zwischen den Mahlzeiten sind auch deshalb vorteilhaft, weil die Insulinproduktion da-bei eine Verschnaufpause erhält. Läuft die Herstellung des Zuckerverwertungshormons Insulin nämlich beständig auf Hochtouren, steigt das Risiko für einen Alterszucker merklich an. Auch brennt offenbar das Licht des Lebens in dem Fall schneller ab. Lange Essenspausen scheinen zudem selbst dann vor einem Diabetes zu schützen, wenn sie die Pfunde nicht zum Schmelzen bringen.

Im Ergebnis verschiedener Untersuchungen scheint sich eine auf sechs bis acht Stunden begrenzte Nahrungsaufnahme auf viele Stoffwechselprozesse noch günstiger auszuwirken als eine kalorienredu-zierte Ernährung. Wie man weiß, gelte das nicht nur für den Zuckerhaushalt, sondern auch für den Fett-stoffwechsel und für die Anreicherung von Fett in der Leber. Gern berät Sie auch Ihre Apotheke vor, denn nicht die Radikalität hält den Körper jung, sondern das sanfte Fasten in sorgfältig ausgewählten Intervallen.